Am Nachmittag des 09.01.2026 durfte unsere liebe Sr. M. Dietmara Dorn friedlich eingehen in die Liebe, die Gott selbst ist.

Sie wurde 80 Jahre alt und hatte im vergangenen Jahr ihr 60. Professjubiläum gefeiert.

Sr. M. Dietmara wurde 1945 in Obergünzburg geboren und zwei Tage später in der Krankenhauskapelle auf den Namen Maria Josepha getauft.

Nach dem Besuch der Volksschule in Günzach folgte die Landwirtschaftliche Berufsschule, in deren drittem Jahr sie als Haushaltshilfe im Kreiskrankenhaus Obergünzburg tätig wurde. Wie sie bei ihrer Verabschiedung im Dezember 2025 erzählte, versuchte ihr Hauptlehrer, sie zum Besuch der Handelsschule zu bewegen, was damals nicht zustande kam. Maria sah für sich die Berufung der Barmherzigen Schwester als ihren Weg und trat 1962 in die Gemeinschaft ein. Die erste berufliche Ausrichtung führte nicht ans Ziel: Maria konnte die gewünschte Ausbildung in der Kinderkrankenpflege aufgrund einer Fußverletzung nicht weiter fortsetzen und kam ins Büro. 1963 wurde sie eingekleidet und erhielt mit dem Schwesternkleid den Namen Sr. M. Dietmara. Nach dem zweijährigen Noviziat legte sie an ihrem 20. Geburtstag die erste heilige Profess ab und vertraute damit ihr Leben ganz Gott an.

Zunächst blieb Sr. M. Dietmara für ein Jahr im Mutterhaus in Dießen, bevor sie im Mai 1966 in die Klinik Vincentinum wechselte. Dort war sie zunächst zehn Jahre lang in der Patientenabrechnung tätig, bevor sie in die Buchhaltung wechselte. Sie arbeitete sich intensiv und mit großer Energie in die Materie ein und war schließlich 27 Jahre lang Leitung der Finanzbuchhaltung der Klinik.

Das Fachgebiet blieb, der Einsatzort änderte sich im August 2003, als Sr. M. Dietmara ins Mutterhaus kam. Den 37 Jahren Vincentinum folgten 22 Jahre Finanzbuchhaltung im Mutterhaus – erst Anfang Dezember 2025 wurde Sr. M. Dietmara offiziell aus ihrer Aufgabe verabschiedet, wenn sich dieser Abschied auch bereits schrittweise vollzogen hatte. Bei der Verabschiedung im Kreis der Mitarbeiter*innen wurde im Rückblick deutlich, wie viel Entwicklungen und Neuerungen Sr. M. Dietmara in ihrem Berufsleben begegneten und wie sie sich bis zuletzt mit großer Zuverlässigkeit und Lernbereitschaft damit auseinandergesetzt hatte.

Die letzten Jahre prägte eine schwerwiegende chronische Erkrankung den Alltag von Sr. M. Dietmara, die intensive therapeutische Behandlungen in der Tagesklinik erforderlich machten. Auch wenn schon länger erkennbar war, dass der Krankheitsprozess an ihrer Substanz zehrte, war es letztlich doch erstaunlich, wie schnell nun die letzte Etappe ihres Lebens erreicht war. Nach einem Aufenthalt in der Klinik Vincentinum, der nur noch palliative Hilfe bringen konnte, kam Sr. M. Dietmara für die letzten Tage nach St. Vinzenz Pflege, wo sie sorgsam betreut und in Frieden der Ewigkeit entgegengehen und schließlich ruhig die Schwelle überschreiten durfte.

Sr. M. Dietmara war es in ihrem Sein als Barmherzige Schwester ein wesentliches Anliegen, mit Menschen in Kontakt zu sein, in besonderer Weise mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Für sie hatte sie ein offenes Ohr und ein weites Herz, für sie setzte sie sich ein, wenn ihr dies nötig schien. Selbst in ihrer Krankheit gelang es ihr, Beziehungen aufzubauen – zu anderen Patienten in der Tagesklinik und ihren Angehörigen, zu den Ärzten und Schwestern, zum Fahrdienst, der sie zu den Behandlungen brachte. Es gelang ihr gerade in ihrer eigenen Erfahrung der Schwäche, andere zu ermutigen und zu bestärken, als Mensch für andere da zu sein.

Zudem war es ihr wichtig, dass von den Geldmitteln der Kongregation in angemessener Weise Spenden in vielfältigen Nöten gegeben wurden – für Projekte in der Weltkirche, humanitäre Organisationen oder in der Sorge um gute Berufungen.

Wesentlich war Sr. M. Dietmara ein tief geistlicher Mensch, ihr war die Pflege des Gebetslebens und die Gestaltung der Liturgie sehr wichtig. Lange Zeit trug sie mit ihrer schönen Singstimme selbst dazu bei, und bis zuletzt konnte sie sich an einem würdig gefeierten Gotteslob zutiefst freuen.

Wir danken Sr. M. Dietmara von Herzen für ihr Dasein in unserer Gemeinschaft und ihre Liebe zu ihr, ihr treues Beten und Opfern, ihren Einsatz auf dem „heiligen Boden“ ihrer Aufgabe, ihre Klarheit und ihr waches Bewusstsein für die vielfältigen Nöte in der Welt und bleiben ihr betend verbunden. Wir dürfen glauben, dass sie nun in vollendeter Weise schauen darf, was ihr hier sehnsuchtsvolle Ahnung war: „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“

Die Beerdigung findet am Donnerstag, 15. 01.2026, um 10.00 Uhr auf dem Hermanfriedhof statt. Das Requiem wird um 11.00 Uhr in der Mutterhauskirche gefeiert.