In der letzten Stunde des 3. Januar 2026 durfte unsere liebe Schwester M. Engelmara heimkehren und ein neues Leben in Gottes Ewigkeit beginnen.
Sie war Ende Dezember 88 Jahre alt geworden und stand im 59. Jahr ihrer Profess.
Sr. M. Engelmara wurde am 28.12.1937 in Tronetshofen, Kreis Schwabmünchen, geboren. Sie war das vierte Kind eines Zimmermanns und seiner Frau. In der Taufe am selben Tag erhielt sie den Namen Barbara. Ihr Tauftag, der Tag der Unschuldigen Kinder, war ihr zeitlebens ein wichtiger Gedenktag.
Bis 1951 besuchte Betty, wie sie zuhause genannt wurde, die Volksschule in Willmatshofen, im Anschluss daran die Landwirtschaftliche Berufsschule in Fischach. Zudem war sie in dieser Zeit in Haushalt und Landwirtschaft einer Familie in Fischach tätig. Die Zeit bis 1962 verbrachte sie zuhause und half dort in der elterlichen Landwirtschaft mit, bevor sie als Hausgehilfin in die Klinik Vincentinum kam. Die Zeit dort hat wohl ihren Wunsch, in die Ordensgemeinschaft einzutreten, bestärkt, so dass sie 1964 um Aufnahme bei den Barmherzigen Schwestern bat. Am 3.11.1964 war ihr Eintrittstag, nach einem Einsatz im Hauptkrankenhaus wurde sie am 11. Mai 1965 im Mutterhaus in Dießen eingekleidet und erhielt den Namen Sr. M. Engelmara. Am 17.05.1967 übergab sie ihr Leben in der Profess ganz dem Herrn.
Nach der Profess blieb Sr. M. Engelmara zunächst in der Hauswirtschaft und Küche des Dießener Mutterhauses, bevor sie im September 1967 in das neue Augsburger Mutterhaus in der Gögginger Straße umzog. Dies sollte ihre Lebensstellung werden: Zusammen mit einer Mitschwester bildete sie in der Küche ein unschlagbares Team, das die Alltags- und Festzeiten nicht nur der Gemeinschaft, sondern auch des Priesterseminars, das zu dieser Zeit im Mutterhaus mit untergebracht war, bestens bewältigte.
Dabei war Sr. M. Engelmara sowohl fachlich als auch spirituell an Weiterentwicklung interessiert und bereit, zu lernen und sich fortzubilden. So erhielt sie im Juli 1969 den Meisterbrief in der Hauswirtschaft, im gleichen Jahr wurde ihr die Missio Canonica erteilt. 1977 erwarb sie sich die Berechtigung, als ‚Anerkannte Fachkraft für Ernährung‘ tätig zu sein.
Im Oktober 2010 kam Sr. M. Engelmara im Zuge des Mutterhausneubaus ins Kloster St. Vinzenz nach Dießen und blieb auch nach dem Auszug der Mitschwestern bei der kleinen Gruppe, die im Haus der Berufung die letzten Aufräumarbeiten vornahm. Auch dort sorgte sie in bewährter Weise für das leibliche Wohl ihrer Mitschwestern.
Im Januar 2016 schließlich zog sie in St. Vinzenz Pflege ein. Zunächst teilte sie sich dort ein Doppelzimmer mit einer Mitschwester und hatte mit ihr dort eine gute Zeit, dann wurde es aufgrund ihres deutlich schlechter werdenden Gesundheitszustands notwendig, noch einmal im Haus umzuziehen. Es war seit einiger Zeit abzusehen, dass sie dabei war, sich aus diesem Leben zu verabschieden, und sie durfte diese letzte Strecke friedlich gehen bis zum Ende.
Sr. M. Engelmara war eine ruhige, dabei ehrlich fromme Mitschwester, der der Umgang mit der Heiligen Schrift in Schriftlesung und Austausch sehr wichtig war. Sie hatte eine tiefe Liebe zur Liturgie und die Begabung, den Lektorendienst innerlich und schön zu gestalten. Zudem war ihr ein großes schauspielerisches Talent mitgegeben, das sie bei den Theateraufführungen in der Gemeinschaft zur Entfaltung brachte. In die Gemeinschaft brachte sie eine große Friedfertigkeit und ein Interesse am Anderen mit.
Wir danken Sr. M. Engelmara für ihr treues, beständiges Gebet und ihre Liebe zu ihrer Berufung, für ihr fürsorgliches und freundliches Wesen und alles Gute, das sie in die Gemeinschaft eingebracht hat. Der Herr, dem sie ihr Leben geschenkt hat, wird sie, so dürfen wir glauben, jetzt den Glanz seiner Epiphanie schauen lassen und all ihre Sehnsucht erfüllen. Im Gebet bleiben wir ihr dankbar verbunden.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, 14. Januar 2026, um 13.00 Uhr auf dem Hermanfriedhof statt. Das Requiem wird um 14.30 Uhr in der Mutterhauskirche gefeiert.
Vergelt’s Gott für den wunderschönen Nachruf meiner Patentante Sr. M. Engelmara.
Ja, genauso war sie. Immer in Sorge um die anderen. Wir waren immer in ihre Gebete mit eingeschlossen.
Ein herzliches Vergelt’s Gott auch für alles was für sie getan wurde.
Ihre Nichte Sofie
Liebe Frau Angerer,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Alle guten Wünsche für Sie.
D. Herz