Am 13. Oktober 2020 hat der Herr unsere liebe Schwester M. Hermana Rauscher OSV.v.P. zu sich heimgeholt.

Sie wurde 95 Jahre alt und stand im 68. Jahr ihrer Ordensprofess.

Schwester M. Hermana wurde am 1. Oktober 1925 in Bergstadt Platten, einer Stadt im böhmischen Erzgebirge, heute Tschechien, geboren. Bis 1939 besuchte sie die Volksschule in ihrer Geburtsstadt, danach an der Berufsschule die „Abteilung für Handschuhnäherinnen“ bis 1942. Im Anschluss daran leistete sie das Pflichtjahr und war, wie sie schreibt „bis zu meiner Ausweisung am 11. Juni 1946 im Elternhaus als Näherin tätig.“

Die Ausweisung führte sei nach Untermauerbach (Kreis Aichach), wo sie weiterhin als Näherin arbeitete und ab 1948 ihrer verheirateten Schwester den Haushalt führte.

Bei Exerzitien in St. Ottilien 1949 erwachte in ihr der Wunsch, Ordensfrau zu werden, 1950 trat Herta in unsere Kongregation ein. 1951 wurde sie eingekleidet und empfing ihren Ordensnamen Sr. M. Hermana. Nach einjährigem Noviziat gab sie am 21.08.1952 dem Herrn in der ersten heiligen Profess ihr Jawort.

Bereits zwei Tage später wurde sie ins Städtische Hauptkrankenhaus versetzt, wo sie bis Dezember 1982 wirkte. Ihr Examen als Krankenschwester legte sie 1955 ab. Zunächst arbeitete sie auf Station, später im Labor und wechselte dann in die Abteilung EKG/ EEG – „was mich sehr erfüllt hat“, sagt sie im Dokumentarfilm „Brücken der Zeit“ anlässlich der Sanierung des Hauptkrankenhauses.

Ab März 1983 lebte und wirkte sie im Krankenhaus St. Vinzenz in Pfronten. Wiederum war die EKG-Abteilung ihr Tätigkeitsbereich. Hier stellte sie ihre ganze Person, ihr immer aktuelles Fachwissen und ihre Kraft in den Dienst der Patienten. Durch die Notwendigkeit, Tag und Nacht erreichbar zu sein, war ihr wenig persönlicher Freiraum gegeben. Ganz bewusst sah sie dies als ihre Art, ganz ihrer vinzentinischen Berufung zu entsprechen und so ihre Form von Armendienst in der Nachfolge Christi zu verwirklichen.

Am 14.07.2014 zog Schwester M. Hermana mit den Mitschwestern des Pfrontner Konvents in den Pflegebereich auf dem Mutterhausgelände um.

Dort waren ihr noch einige gute Jahre gegönnt.  Allerdings nahmen ihre körperlichen Kräfte in letzter Zeit mehr und mehr ab. Nie war von ihr darüber eine Klage zu hören.  Ihren 95. Geburtstag konnte sie noch vor knapp zwei Wochen noch feiern. Nun ist ihr Christus entgegengekommen und hat sie in die ewige Heimat geholt.

Wir danken Sr. M. Hermana für alles Gute, das sie für die Menschen, die ihr anvertraut waren, und in der Gemeinschaft getan hat, für den großherzigen Einsatz ihrer Kräfte und alles gute Miteinander. Wir bleiben ihr im Gebet dankbar verbunden.

 Die Beerdigung ist am Freitag, 16. Oktober 2020, um 13.30 Uhr in Augsburg auf dem Kath. Friedhof an der Hermanstraße, der Gottesdienst wird um 14.30 Uhr in der Mutterhauskirche gefeiert.