Am Sonntag, 3. August 2025 holte Christus Schwester M. Isabella Geser zu sich in die Fülle des Lebens, die er verheißen hat. Sie hatte vor einigen Wochen ihren 100. Geburtstag gefeiert und hielt dem Herrn seit ihrem Professversprechen 68 Jahre lang die Treue.
Schwester Isabella wurde 1925 in Mywiler geboren, einem kleinen Ort im Landkreis Lindau. Sie wurde am Tag nach ihrer Geburt auf den Namen Johanna getauft.
Ihre Eltern, ein Landwirt und seine Frau, hatten 7 Kinder, Johanna war das dritte Kind der Eheleute. Johanna besuchte die Volksschule und daran anschließend die Berufsschule. Von ihrem 14. Lebensjahr ab war sie in Stellung bei einer Familie in Opfenbach, zuerst als Kindermädchen, dann als Absolventin ihres Pflichtjahres. Auch als dieses beendet war, blieb Johanna bei der Familie, um in Haus und Hof mitzuarbeiten.
Ihre damalige Dienstherrin schreibt in ihrem Zeugnis: „In dieser Zeit hat sie durch ihren Fleiß, Treue und Gewissenhaftigkeit unser volles Vertrauen erworben. Mit den sechs Kindern war sie geduldig und liebevoll. Ihre Ehrlichkeit, Wahrheitsliebe und Verschwiegenheit sollen noch besonders erwähnt sein. Im Umgang mit Gesunden und Kranken war sie zuvorkommend und opferbereit. Man konnte sie überall verwenden, ihr war nichts zu viel, keine Arbeit scheute sie.“
Mit diesen Worten zeichnete sie ein Charakterbild, das auch für die spätere Sr. M. Isabella ohne Abstriche Gültigkeit behalten sollte.
Johanna verließ die Familie nach 14 Jahren, da sie in die Gemeinschaft der Barmherzigen Schwestern eintreten wollte. Diesen Schritt vollzog sie am 4. Januar 1954. 1955 legte sie ihr Examen als Krankenschwester ab. Am 19. September 1956 wurde sie eingekleidet und erhielt mit dem Ordenskleid den Schwesternnamen Sr. M. Isabella. Ein Jahr später, am 23. September 1957, legte sie ihre erste heilige Profess ab. Ihr gesamtes Leben als Barmherzige Schwester war der Fürsorge für kranke Kinder und Erwachsene sowie für alte Menschen gewidmet.
Von 1957 bis 1982 war sie im Hauptkrankenhaus eingesetzt. Im Film „Brücken der Zeit“ erzählt sie mit viel Humor von ihren Erfahrungen auf der dortigen Kinderstation. In dieser Zeit erwarb sie sich die Qualifikation als Stationsleitung und durchlief den Grundkurs des Theologischen Ordensseminars. Danach folgte ein Jahr in der Klinik Vincentinum, bevor sie von 1983 bis 1994 im Altersheim Josefinum in Weiler eingesetzt wurde. Im Anschluss daran war sie für 10 Jahre im Kloster St. Vinzenz in Dießen zuhause, bevor sie im Juli 2014 auf das Mutterhausgelände in die Pflegeeinrichtung einzog. Auch da blieb ihre den Menschen zugewandte Art lebendig: als Bewohnerin eines Kombizimmers freute sie sich, eine nahe Nachbarin zu haben, nach der sie gern schaute.
Zu ihrem 100. Geburtstag empfing sie mit großer Freude viele Besucherinnen und Besucher – zu ihren Angehörigen, besonders den Nichten, pflegte sie eine lebendige Verbindung. Sie hatten ihr eine Glückwunschkarte gebastelt, auf der die zweite Null von 100 weitergedreht werden kann und hofften auf noch weitere schöne Jahre mit Sr. M. Isabella. Doch ihre Lebensuhr war nun eher überraschend schnell abgelaufen, eine akute Erkrankung machte eine stationäre Aufnahme nötig. Eine risikoreiche Operation lehnte Sr. M. Isabella mit Klarheit ab, sie war bereit zum Heimgehen. So holte sie der Heiland zu sich und erfüllte, das dürfen wir zuversichtlich glauben, ihre Hoffnung und Sehnsucht, ganz bei ihm zu sein, die sie ihr Leben lang in sich getragen hatte.
Wir danken Sr. M. Isabella für ihr frohes Dasein in unserer Gemeinschaft, ihren fürsorglichen und lebensfördernden Blick auf ihre Nächsten, ihr Beten und Opfern in aller Stille und Unscheinbarkeit und ihre Treue zur Berufung als Barmherzige Schwester. Im Gebet bleiben wir ihr dankbar verbunden.
R.I.P.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, 7. August 2025 um 13.00 Uhr auf dem Hermanfriedhof statt. Das Requiem wird um 14.00 Uhr in der Mutterhauskirche gefeiert.
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